AUßERORDENTLICHE ERFAHRUNGEN - DAS GEHEIMNIS ENDLOSER KREATIVITÄT

by 
Johannes Mahler

Wenn Leonardo da Vinci´s Salvator Mundi für über 450 Millionen Euro verkauft wird, ist das nicht der Wert der Farben, Pinsel oder der Leinwand, der wirkliche Wert liegt im Abdruck eines Genies, seiner Vision, der Kreativität, die durch sein Gemälde weiter besteht. Der Wert, den unsere Menschheit Kreativität zugeschrieben hat war von Anfang an, schon bei den Griechen oder den Ägyptern immer hoch angesehen. 

Heute wird Kreativität als die wichtigste Fähigkeit des 21. Jahrhunderts bezeichnet und führt fast jede Liste über Top Fähigkeiten die je erstellt wurde. Laut einer globalen Umfrage von IBM mit 1500 Führungskräften aus über 60 Ländern wurde Kreativität als wichtigster Faktor für zukünftigen Erfolg ausgewählt. Auch die fortschreitende Globalisierung und der Anstieg von Arbeitskräften sichert die Belohnung kreativer Köpfe immer mehr.

Das Problem: Niemand spricht darüber wie wir Kreativität trainieren können!

Transzendente, ekstatische, mystische oder “übernatürliche” Erfahrungen, wie auch immer man diese veränderten Bewusstseinszustände nennen möchte, sind einer der wichtigsten Bestandteile der Entwicklung unserer Kreativität - das öffnen neuer Türen. 

Es bedeutet so viel wie aus dem Bereich seiner vertrauten Umwelt und des normalen Wahrnehmungsvermögens herauszutreten und in neue und andersartige Wahrnehmungsmöglichkeiten einzutreten. Dies wird Aufgrund des Missbrauchs dieser Zustände gesellschaftlich oft als Tabu angesehen. 

Es ist kein Zufall, dass wir immer wieder Aufzeichnungen finden von den erfolgreichsten Künstlern, Musikern, Erfindern und anderen Genies aus den verschiedensten Wissenschaften die genau diese veränderten Zustände nutzten um ihre Kreativität anzureichern, um ihre Wahrnehmung zu verfeinern, zu erweitern und besser zu kommunizieren.

Diese transzendenten Zustände lassen uns das Unendliche im Endlichen erblicken, oder wie William Blake es beschreibt, die Welt in einem einzigen Sandkorn sehen.

Es ist noch nicht lange her, dass wir uns in der westlichen Kultur laut Anthropologen von einer mehrphasigen zu einphasiger Gesellschaft entwickelt haben. Früher wurde Information aus mehreren Zuständen als wichtig angenommen, ob es Trance, Träume, oder Visionen waren. Anstatt zu lernen sorgfältig und rationell mit diesen Informationen umzugehen und sie für uns zu nutzen haben wir unseren Zugang verschlossen.

Im Laufe der Geschichte haben wir uns vom Ritual getrennt, jahrtausendelanges Wissen aus diesen Praktiken ging verloren. Für Schamanen war es immer schon üblich dieses Ritual zu nutzen, um anschließend die aus anderen Bewusstseinszuständen kommende Information und Wissen in Formen wie Kunst wiederzugeben. Heute wird wenig über diese Rituale gesprochen, die dem Individuum zu dieser Kreativität verhelfen.

Um verstehen zu können wie einflussreich diese transzendenten Zustände auf unsere Kreativität sein können, werfen wir einen Blick darauf, wie Kreativität entsteht und wo die damit verbundene neue Information, die wir in diesen veränderten Bewusstseinszuständen erhalten herkommt. 

Was steckt hinter Kreativität?

Vereinfacht: Neue Information + Alte Idee = Kreativität 

Man kann Kreativität als den Prozess beschreiben, aus neuen Informationen in Kombination mit altem Wissen und Ideen etwas völlig Neues, kreatives zu schaffen. 

Dies dient rein als Veranschaulichung, denn es ist nicht sinnvoll Kreativität in eine Formel oder Definition zu reduzieren, Kreativität ist viel experimenteller, spielerischer, disruptiver oder einfach kreativer.

Einstein bezeichne die Kreativität als “Intelligenz die Spaß hat”

Wenn wirklich kreative Personen sich über den kreativen Prozess äußern, sprechen sie darüber in einer gewissen Demut. Es handelt meist darum etwas Größeres zu sehen als sich selbst, etwas dass durch sie durcharbeitet. Dies ist vergleichbar mit der Wahrnehmung in diesen transzendenten (Überschreiten der Grenzen von Erfahrung und Bewusstsein, des Diesseits), ekstatischen (aus sich heraustreten) oder mystischen Zuständen.

Jason Silva hat dafür eine wundervolle Paraphrase aus einem Werk von Khalil Gibran geschaffen: 

“The creative process comes through you, but not from you, and though it is with you, it does not belong to you.”

Die Frage, die sich hier in erster Linie stellt, was macht den kreativen Prozess aus? Erschafft man etwas Neues, das nicht vorhanden war oder ist man einfach nur Berichterstatter der Wunder unseres Universums? Ist der Kreative Prozess also nur das was man zurückbringt wenn sich die Wahrnehmung verändert und man mehr sieht, in Plato's “realm of ideals” hochblickt um damit die Realität durch eine andere Linse wahrzunehmen.

Etwas zu sehen was andere nicht sehen, um dann davon zu berichten.

Aus neurowissenschaftlicher Perspektive ist das Gehirn bemüht alles zu tun, um Unsicherheiten vorzubeugen, sie zu vermeiden und uns am Leben zu halten. Die Ironie dahinter ist das Unsicherheit der einzige Weg ist, wirklich jemals dort hinzukommen wo man eine andere Sichtweise erlangt. Denn genau dort beginnt Kreativität, sie beginnt mit der Frage warum, mit dem nicht wissen, mit dem was wäre wenn...

Die Forschung hat ergeben, dass nicht ein bestimmter Bereich im Gehirn für Kreativität zuständig ist, sondern es einem Zusammenspiel von vielen verschiedenen Bereichen und Netzwerken im Gehirn gleicht, die den kreativen Prozess erschaffen. 

Neue Theorien zeigen, dass diese Netzwerke im Gehirn drei wichtige Eigenschaften haben:

1) Sie biegen was wir sehen

bending reality
© Salvador Dalí

2) Sie brechen unsere Erwartungen

breaking expectations
© Salvador Dalí

3) Sie blenden unabhängige Dinge miteinander

Breaking through
© Salvador Dalí

Jeder der sich schonmal in einem dieser veränderten Bewusstseinszustände wiedergefunden hat wird diese Merkmale in verschieden starker Ausprägung sofort wiedererkennen.

Zurückgedacht an die vereinfachte Darstellung: Neue Information + Alte Idee = Kreativität finden wir in diesen Zuständen unsere wichtigste Zutat, die Neue Information.

Es wirkt als hätten wir in diesen Zuständen unendlich neue Information, die wir als Grundlage für unseren Kreativität verwenden können. 

Woher kommt die Information aus diesen “übernatürlichen” Zuständen?

 Es gibt 3 Level an wissenschaftlicher Erklärung für die Herkunft dieser Informationen:

Level 1: Aus rein rationaler neurowissenschaftlicher Perspektive nehmen wir nicht nur erhöht wahr was um uns herum passiert, sondern exponentiell mehr.

Level 2: Nach Experimenten aus der Epigenetik ist in der DNA deutlich mehr Information, möglicherweise unendlich viel mehr Information über Generationen hinweg zu der man Zugang bekommt.

Level 3: Menschen sind vergleichbar mit Instrumenten die einen Informationslayer einschalten der oberhalb des Menschens liegt (Plato´s Realm of Ideals) und man bekommt ab und zu in diesen Zuständen die Chance einen kurzen Blick dort hinein zu werfen.  

Höchstwahrscheinlich ist nichts übernatürlich an diesen Zuständen, sie fühlen sich einfach nur so stark und potent an, dass wenn man sich dorthin bewegt einfach nicht anders kann als zu glauben, dass es übernatürlich sei. 

Ich selbst bin zufrieden nur bis Level 2 zu gehen, sehen wir uns jedoch an wie man zu diesen Erklärungen gekommen ist:

Level 1) Rationale materialistische neurowissenschaftliche Erklärung:

Wir bekommen exponentiell mehr Aufnahmefähigkeit

Von über 11 Millionen Bits pro Sekunde an Sinneswahrnehmungen, kommen im normalen Wachzustand nur ca. 120 bps in das Bewusstsein. 

Verändert man seinen Bewusstseinszustand, entweder durch Meditation, Sport, Atemübungen, Biofeedback, Psychedelika oder andere Wege, besteht die Möglichkeit deutlich mehr als 120 bps wahrzunehmen. 

Es treten in verschieden starkem Ausmaß immer die gleichen Eigenschaften auf: 

Noradrenalin erhöht sich und damit die Aufmerksamkeit, zugleich steigt Dopamin welches nicht nur das Belohnungszentrum aktiviert, sondern auch signalisiert, dass alles was vor einem liegt wichtig ist. Dies kann der Tiger sein der auf einen zu rennt, die schöne Frau im Bikini oder der leckere Schokoladenkuchen. Dopamin treibt die Aufmerksamkeit ins hier und jetzt.

Dazu kommt Anandamid (die Substanz in THC oder Cannabis), das an die Rezeptoren des Endocannabinoid-Systems bindet, welches auf einer Seite Wohlbefinden steigert und auf der anderen Seite laterales Denken (Querdenken). 

Zusätzlich verringert sich die Aktivität im präfrontalen Cortex, das Default Mode Network schaltet ab und der innere Kritiker wird ruhig.  

Kombiniert man alleine diese Eigenschaften, dass sozusagen der Türsteher nicht mehr vor dem Tor ist und die Neurotransmitter einem helfen deutlich mehr Informationen aufzunehmen, mehr Verbindungen zu sehen, mehr laterale Sprünge zu machen und dass der Fokus voll im Moment liegt, dann stehen deutlich mehr als 120 bps für die Aufnahme in die Wahrnehmung zur Verfügung.

Das bedeutet nicht, dass man direkt von 120 bps auf 11.000.000 bps springt, eher dass hier eine große Spannweite an Information zur Verfügung ist, die man im alltäglichen Wachzustand nicht wirklich nutzt. 

Diese transzendenten Zustände verschaffen durch Hilfe veränderter Wahrnehmung und der auftretenden Neurochemie anstatt einer “übernatürlichen” Erfahrung einfach deutlich erhöhten Zugang zu Information, die sonst nicht beachtet wird.

Level 2) Epigenetische Erklärung:

Es ist zusätzlich mehr Information in unserer DNA auf die wir zugreifen können

Um ins nächste Level gehen zu können muss man ein kleines Gedankenexperiment verfolgen. Haben wir vielleicht mehr Informationen in uns selbst, bekommen wir also Zugang zu Wissen, dass in unserer DNA hinterlegt ist?

Dies haben schon die Griechen mit ihrem Begriff der “Anamnese” beschrieben, ein Sinn für tieferes Erinnern des Vergessenen. In verschiedenen Berichten ist dies konsistent geblieben bis hin zu William James aus Harvard. Diese Zustände werden immer wieder als Déjà-vu ähnliches Erlebnis beschrieben. In diesen Zuständen kommt das Gefühl auf als wüsste man die Information schon irgendwoher und würde dort weitermachen wo man zuvor aufgehört hat.

Die Möglichkeit dieser Theorie geben Studien aus dem Bereich der Epigenetik:

Experimente mit Ratten zeigen wie Trauma Erfahrungen durch Pavlovianische Konditionierung (Glocke Läuten -> Elektroschock) über Generationen weitergegeben werden können und auch ihre Enkel noch mit Schock auf die Glocke reagieren, ohne je selbst die Erfahrung des Elektroschocks gemacht zu haben. Aufzupassen ist, dass nicht alles was mit Ratten funktioniert auch gleich auf Menschen übertragbar ist.

Forscher haben in Studien mit jüdischen Familien nach dem Holocaust ähnliche Ergebnisse erzielt, in denen tiefe Trauma Erfahrungen der älteren Generation über mehrere Generationen weitergegeben wurden.

Eine andere Studie in skandinavischen Dörfern in denen männliche Bewohner sehr ungewöhnlich robuste Gesundheit aufwiesen hat herausgefunden dass ihre Großväter in einer ganz bestimmten Zeitspanne an Hungersnot litten und zwar von 12 bis 15 Jahren, während ihre Samen entwickelt wurden. In diesem Beispiel wurde durch das Hungern der Großväter, in einer ganz bestimmten Zeit das genetische Material so weitergegeben, dass ein positiver Effekt auf die Gesundheit ihrer Enkel erzielt wurde.

Die Beispiele zeigen, dass die Erfahrungen eines einzelnen Individuums sowohl psychologisch als auch physiologisch über mehrere Generationen Weg hinterlegt werden können.

Das Gedankenexperiment beinhaltet also die Möglichkeit, dass man nicht nur von seinem Großvater Information in den Genen besitzen kann sondern vielleicht auch von groß-groß-groß Vätern bis hin zum Anfang der Entwicklung der Menschheit und diese in zellulärer Materie gespeichert ist. Hier sind nur Leuten im eigenen Stammbaum gemeint, also eine sehr konkrete Logik wie die Information weitergegeben wird.

Man muss beachten dass ein Menschen eigentlich nur eine organische Carbon basierte Lebensform ist und DNA nichts anderes als eine binäre Informationskette ist, auf der Wissenschaftler mittlerweile geschafft haben über 36 Millionen Kopien eines Film auf eine einzelnen Gramm DNA zu speichern. Dies bedeutet wir können sogar zusätzliche Informationen in Form von binären Informationsketten hinzufügen.

Level 3: Metaphysische Erklärung:

Wir sind Instrumente die Signale empfangen

David Eagleman zählt zu einem der berühmtesten Neurowissenschaftler unserer Zeit. Seine Theorie beschäftigt sich mit der Beziehung zwischen unserem Gehirn und Geist.

Um diese zu vereinfachen kann man sich vorstellen, dass das Gehirn sozusagen der Radio ist und das was gespielt wird, ist das Signal von einem anderen Ort, hier wird Information oberhalb und jenseits von einem empfangen und dekodiert.

Dies läuft auf eine potenzielle metaphysische Erklärung hinaus, ähnlich wie es Plato beschrieben hat, “the sense of ideal forms”.

Plato beschreibt, dass oberhalb von uns dieser perfekte, Apfel, Tisch...  ein perfektes alles liegt und man es nur gelegentlich schafft dort anzuknüpfen. 

Teilhard de Chardin nannte dies die Noosphäre, es gäbe also nicht nur die Ökosphäre, sondern darüber befindet sich das Reich des Geistes. Rupert Sheldrake nennt es das morphogenetische Feld. 

Vereinfacht zusammengefasst: Verschiedene Menschen und Tiere, die in verschiedene Radiostationen einschalten.

Spannend ist hier, dass David Eagleman mit seiner Theorie in diese Richtung geht, obwohl er aus einer streng wissenschaftlich forschungsbasierten Richtung kommt.

Potentialentfaltung des veränderten Bewusstseins

Hoffentlich geben diese drei Kategorien mehr Erlaubnis klarer darüber nachzudenken wo die Information herkommt, ohne gleich in eine mystische Erklärung springen zu müssen. Dies steht jedoch jedem frei!

Unser Ziel bei ThriveX ist es neutral dazu zu stehen und Leuten mehr Ansatzpunkte dafür zu geben über diese Sachen nachzudenken, um dann ihre eigenen Experimente durchzuführen. 

Die gute Neuigkeit ist, dass diese Zustände nicht mehr nur den Hippies vorenthalten sind alias “tune in - turn on - drop out”, sondern sich mehr und mehr akademische Leute dafür einsetzen diese Zustände zu erforschen und Maßnahmen zu finden sie sicher zugänglich zu machen um etwas größeres daraus zu schaffen. 

Denn wenn wir es schaffen diese Erfahrungen zu kultivieren, diese Momente wo wir außerhalb von uns selbst treten, haben wir nicht nur eine massive Steigerung neuer Information für unsere Kreativität sondern sie können uns eine objektive Erfahrung über unsere eigenen subjektiven Leben geben.

Robert Kegan aus Harvard (Adult Learning & Professional Development) nennt dies den Subjekt-Objekt Shift.

© Robert Kegan

Vereinfacht ausgedrückt kann man es sich vorstellen als würde man im Wasser schwimmen, ohne zu wissen das man nass ist und dann außerhalb von sich selbst zu treten um zu sehen dass man nur ein Goldfisch im Glas ist. Diese Wahrnehmung des veränderten Bewusstseinszustands kann genutzt werden, um die Erfahrung im Goldfischglas fundamental zu verändern und langsam zu begreifen, dass auch außerhalb des Glases eine Welt liegt. Man bekommt einen Einblick, um sich von kulturellen Prägungen zu distanzieren, um letztendlich authentischer und zufriedenstellender aufzutreten.

Da die Information in diesen Bewusstheitszuständen sehr individuell ist will ich nicht vorwegnehmen was dort genau vorgeht, sondern die Leute in ihren eigenen Experimenten unterstützen und ihnen helfen geschickte Mittel zu finden um öfter in diese Zustände gelangen zu können, aus der Information Sinn zu machen und keine verfrühten Schlüsse zu ziehen. Genau deshalb haben wir auch ThriveX gegründet. 

Bist du bereit selbst einzutauchen?

Falls du bis hierher gekommen bist, teilst du höchstwahrscheinlich meine Faszination am Potential dieser besonderen Erfahrungen, deshalb erfährst du als eine / einer der ersten von unserem inoffiziellen Announcement:

Anfang September startet unsere erste BEYOND ACADEMY in der wir maximal 6 Teilnehmer auf eine experimentelle Reise begleiten, verschiedenste Techniken lehren wie man in diese Zustände kommt und dir zeigen wie du sie nutzen kannst um neue Einbicke zu bekommen, über dich hinauszuwachsen und deine Kreativität massiv zu steigern.

Um dich für einen der 6 limitierten Plätze zu bewerben und mehr Informationen zu bekommen, melde dich bei joe@thrivex.eu mit dem Betreff "BEYOND ACADEMY" und ein paar Zeilen über deine bisherige Erfahrung mit diesem Thema. Ich freue mich von dir zu hören!